In Finnland, Deutschland und Österreich gehört Natur zum nationalen Selbstbild. Doch steckt dahinter ein wirkliches Bewusstsein für die Natur? Wie ernst ist unsere Liebe zur Natur, wenn Wachstum, Komfort und etablierte Lebensweisen auf dem Spiel stehen?
In den Aue Talks 2026, organisiert von der Aue-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Finnland-Institut, gehen drei Fachleute diesen Fragen nach und werfen einen Blick auf die Widersprüche zwischen Naturschutz und Wachstumshoffnung.
Angesichts des Klimawandels gewinnt die Frage, ob Naturverbundenheit tatsächlich mit Umweltbewusstsein gleichzusetzen ist, zunehmend an Relevanz. Finnische Urwälder werden rücksichtslos abgeholzt und in Österreich schmelzen die Alpengletscher in rasantem Tempo. In Deutschland wiederum zeigt sich am Beispiel der Ostsee, wie schwierig es sein kann, Naturschutzmaßnahmen durchzusetzen, wenn sie mit den Interessen von Bevölkerung und Wirtschaft kollidieren. Gleichzeitig sind die Folgen des Klimawandels im Alltag vieler Menschen noch immer schwer greifbar. Trockene Sommer, Überschwemmungen und andere Veränderungen kommen schleichend. Wo Wohlstand die unmittelbaren Folgen abfedern kann, entsteht leicht der Eindruck, dass grundlegende Veränderungen noch warten können.
Im Zentrum der Aue Talks steht daher eine unbequeme Frage: Was sind wir bereit zu verändern, wenn Naturschutz nicht nur ein schönes Ideal, sondern eine konkrete Einschränkung unseres bisherigen Lebensstils bedeutet?
Drei Podiumsteilnehmer*innen aus verschiedenen Fachbereichen bringen unterschiedliche Perspektiven in die Diskussion ein. Dr. Annamari Arrakoski-Engardt, Leiterin der John-Nurminen-Stiftung, beschäftigt sich u.a. mit dem Schutz der europäischen Meere. Der Künstler und Doktorand Erich Berger, Universität Oulu, untersucht das Verhältnis von Natur, Technologie und Zeit aus einer interdisziplinären Perspektive. Milena Glimbovski, Gründerin des Berliner Unternehmens „Original Unverpackt“, setzt sich seit Jahren mit nachhaltigem Konsum und Klimaanpassung auseinander.
Die fünfte Ausgabe der Aue Talks findet – wie für die Reihe üblich – im Rahmen von zwei Podiumsdiskussionen statt, von denen eine in Helsinki und eine im deutschsprachigen Europa stattfindet.
Die Aue-Stiftung mit Sitz in Helsinki wurde 1985 von Theodor und Ulla Aue gegründet mit dem Ziel, Finnlands Bindung an das deutschsprachige Europa zu vertiefen.
Sofia Sjöström
Aue Talks: Umwelt – Zwischen Naturschutz und Wachstumshoffnung
Mit Dr. Annamari Arrakoski-Engardt, Erich Berger, Milena Glimbovski
Moderation: Saskia Geisler
Helsinki: 10.11.2026, 17 Uhr | Tiedekulma, Yliopistonkatu 4, Think Lounge, 2. OG
Berlin: 26.11.2026, 18 Uhr | Finnland-Institut, Marburger Str. 3, 1. OG
Veranstalter: Aue-Stiftung und Finnland-Institut
www.aue-stiftung.org/de/event/aue-talks-umwelt/

